Angekommen!

Nach meiner Ankunft in Dar es Salaam gestern in den frühen Morgenstunden hatte ich schon ein bisschen Zeit mich hier einzuleben. Da ich im Flieger und sogar nach Ankunft im Guesthouse noch ein paar Stunden Schlaf bekommen hatte, konnte ich den gestrigen Tag schon sehr aktiv nutzen und die anderen Volunteers richtig kennen lernen.

Die sind alle sehr nett und da fast alle aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommen, werde ich fremdsprachenmäßig, zumindest im Guesthouse nicht wirklich gefordert. Anders ist das wenn ich unterwegs bin. Ich musste feststellen, dass meine Swahili-Kenntnise doch weniger taugen als ich gehofft hatte. Klar, man kann natürlich nach dem Weg fragen, doch wenn man die Antwort nicht versteht, bringt einem das wenig.
Mit einem Swahili-Englisch-Mix kommt man aber ganz gut durch.

Untergebracht bin ich mit den anderen Volunteers in einem Guesthouse. Dort gefällt es mir sehr gut, vor allem Mama Gracey ist toll. Das ist unser Hausengel. Sie kocht und flickt einem Löcher im Moskitonetz und macht sogar die Betten. Selbst unser Geschirr spült sie. Ich komme aus dem „Asante“-Sagen gar nicht mehr raus!
Leider geht der Strom oft weg, gestern beispielsweise hatten wir den ganzen Tag keinen. Und da der Thermo-irgendwas kaputt ist, gibt es auch mit Strom in der Dusche nur kaltes Wasser. Aber nach einer durchschwitzten Nacht empfinde ich das eher als etwas positives.

Unser Viertel ist eines der gehobenen von Dar. Es gibt hier viele Villen, die mit Stacheldraht umzäunt sind und von Wachmännern bewacht werden, aber auch viele Bauern, deren Hühner einen morgens wecken. Die Kinder von den Bauern spielen auf der Straße und winken immer, wenn man vorbeikommt. Wenn man zurückwinkt freuen sie sich sehr, genau wie deren Eltern, die einem Gemüse verkaufen wollen.

Gestern habe ich mit einigen anderen Volunteers einen Ausflug zum Markt gemacht. Dorthin gefahren sind wir mit einem Machachi. Das sind kleine Miniautos mit drei Rädern (oder eher Motoräder mit Dach?), die man einfach an der Straße anhält. Für eine Fahrt in die Stadt bezahlt man etwa 400 Schilling, das sind ungefähr 20 cent (Der Preis ist aber Verhandlungssache).
Als „Muzungu“ (Swahili-Wort für „Weißer&ldquo muss man erfahrungsgemäß überall ein wenig mehr bezahlen, was ich manchmal ok finde, und manchmal auch nicht.
Auf dem Markt freuen sich alle über uns Muzungus, denn anscheinend sind wir kauffreudig. Alle paar Schritte wird man von jemand anderem mit „Mambo, marafiki yangu. Karibuni!“ begrüßt. (etwa: „Hey, wie geht’s meine Freunde? Willkommen, tretet ein!“
Das ist natürlich, gerade am ersten Tag, etwas anstrengend, aber es hat auch viel Spaß gemacht.
Auf dem Markt gibt es tolle Künstler die live auf der Straße wunderschöne Bilder malen. Eins musste ich kaufen. Genauso wie eine von den extrem angenehmen, bunten Flatterhosen, die sowohl von den Einheimischen, aber auch und vor allem, von jedem Volunteer in der Stadt getragen werden. (Dieses Phänomen muss ich noch untersuchen. Meine These: „Scheiße, sind die einfach bequem, luftig, und gutaussehend!&ldquo
Abends sind wir dann noch zum Strand in eine Strandbar gefahren. Dort konnte ich dann auch, neben anderen Touristen, die High Society von Dar es Salaam in Aktion sehen. Richtig mit Weinprobe und allem was dazu gehört. Auch ich muss zugeben, dass ich es genossen habe mit einem kühlen Bier auf einer Lounge-Liege den Tag am Strand ausklingen zu lassen.
Nur leider gibt es keinen Weg, die großen sozialen Unterschiede in der Stadt nicht zu bemerken. Als wir zum Schluss die Bar verlassen haben, stiegen gerade zwei nur mit Tüchern bekleidete, sehr junge Prostituierte aus einem Wagen.
Aber, das ist in Deutschland nun auch kein unbekanntes Phänomen.

Heute konnte ich dann endlich ein paar der Waisenkinder kennenlernen. Allerdings nur die Mädchen. Das ist sehr verwirrend, weil alleine drei von ihnen Happy heißen.
Sie sind uns heute im Guesthouse besuchen gekommen und wir haben zusammen Disneys „Frozen“ geguckt. Ich stelle die These inj den Raum, dass Kinder auf der ganzen Welt gleich sind. Auf gute Art und Weise.
Ich konnte nicht drumherum kommen, es süß zu finden, wie vor allem die Jüngsten bei jeder spannenden Stelle Mund und Augen weit aufreißen. Sehr gute Zuschauer. Bei romantischen Stellen, halten sie sich aber lieber die Augen zu.

Leider habe ich noch nicht viele Bilder gemacht, die Tansanier (zumindest die Erwachsenen) mögen es gar nicht fotografiert zu werden (was ich verstehen kann) und so komme ich mir mit einer Kamera immer ziemlich blöd vor.

Trotzdem versuche ich ein paar wenige Bilder unten anzuhängen.

Asante sana fürs Lesen,

Anna

17.8.14 22:47

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